Herzlich Willkommen bei PULS
Oberbürgermeister
Thomas Geisel
 


"Das Jugendzentrum PULS bietet dank attraktiver Angebote und eines engagierten Teams eine bewährte und feste Anlaufstelle für lesbische und schwule Jugendliche in Düsseldorf. Die Einrichtung wird ausgesprochen gut angenommen und ist eben nicht nur Rückzugsraum, sondern auch Ausgangspunkt für zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in Düsseldorf und der Region.

Ich halte es für wichtig, dass wir in Düsseldorf das Jugendzentrum PULS haben und als Stadt dessen beeindruckende Arbeit fördern. Das nützt den Jugendlichen und spricht für die tolerante Atmosphäre in Düsseldorf.“


Thomas Geisel

Junge Islam Konferenz in NRW

In NRW gibt es seit letztem Jahr "Junge Islam Konferenz". Ein Konferenz, indem junge Menschen in Form von Workshops, Diskussionen und Gruppenarbeit sich an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden intensiv mit dem Thema gesellschaftliche Vielfalt und dem Umgang mit Minderheiten am Beispiel von Islam und Muslimen in Deutschland und in NRW auseinandersetzen. Die Anmeldung für diesjährige Junge Islam Konferenz läuft gerade! Mehr Infos & das Anmeldeformular findet ihr hier!

Akumi - Jugendliche aus dem Jugendzentrum PULS hat letztes Jahr an der JIK NRW teilgenommen. Unten könnt ihr ihre spannende Story zur Konferenz lesen! Danke Akumi für den Bericht!


Akumi und Johannes aus dem PULS moderierten das Workshop "Homosexaulität und Islam".
Foto: Astrid Piethan

Junge Islam Konferenz 2016

Als ich auf der JIK ankam, war ich überrascht über die Vielfalt. Schnell stellte ich fest, dass die muslimischen Teilnehmer_innen von verschiedenen Strömungen kamen und aus verschiedenen Ländern. Außer mir und dem anderen Teilnehmer aus dem PULS, waren auch noch zwei weitere Teilnehmer_innen geoutet, die beide Muslime_a waren. Am ersten Wochenende wurden wir in 4 Gruppen aufgeteilt in denen wir Diskussionen über Diskriminierung, Religion und andere Dinge führten, aber uns auch über unsere Geschichten austauschten und warum wir da waren. Wenn wir nicht in den Gruppen waren, hörten wir Vorträge über den Islam und Diskriminierung. Besonders toll fand ich, dass einer der Dozenten seinen kompletten Vortrag gegendert hatte und man durch den vielen Input nicht unbedingt ein großes Vorwissen über den Islam haben musste (was ich zugegebenermaßen auch nicht hatte). Am zweiten Tag war auch ein Kabarettist, der „Moslem-TÜV“ da, der uns nach seinem Auftritt sagte, wie wichtig er es findet, dass wir das Thema Homosexualität reinbringen, da viele jetzt vielleicht merken würden, dass „sie gar nicht so Tolerant sind, wie sie eigentlich Denken“.  In den Pausen haben wir uns Unterhalten, ich habe mit vielen Verschiedenen Menschen gesprochen und am Ende des ersten Wochenendes freute ich mich schon auf das nächste Wochenende, zumal mir gesagt wurde wie süß ich sei.

Das zweite Wochenende begann im Landtag in Düsseldorf mit vielen Umarmungen, obwohl man sich erst so kurz kannte. Im Planspiel diskutierten wir über den Bau einer Moschee in einer fiktiven Stadt und lernten die pro und Gegenargumente kennen. Abends fuhren wir nach Bonn, wo wir den Rest des Wochenendes blieben. Abends haben wir uns alle in einer großen Runde in der Lobby unterhalten, über alles Mögliche, zumeist Uni, Hobbys, Ehrenämter und ähnliches.

Am nächsten Tag haben wir morgens ein Barcamp gemacht, hierfür sammelten wir verschiedene Themen über die Leute in Räumen Vorträge hielten. In der ersten Einheit gab es unteranderen eine Diskussionsrunde für Homosexualität und Islam, die von mir und dem anderen Teilnehmer aus dem PULS gehalten wurde. Es waren sehr viele der Teilnehmer anwesend (fast 1/3 !!!) und es wurde viel geredet sowie Begriffe geklärt, sowohl muslimische, als auch LGBT* Begriffe. Es war vor allem durch unterschiedliche Meinungen sehr spannend und wir erzählten auch unsere persönlichen Geschichten. Wir sprengten sogar den Zeitrahmen ein wenig. In der zweiten Einheit hatten wir auch noch die Diskussion über Sexismus und Feminismus. Auch hier wurde heftig debattiert und es gab viele Meinungen zu dem Thema.

Anschließend machten wir eine Fotoaktion zum Thema Vorurteile, die sich eine der Workshop-Gruppen ausgedacht hatte, stellten unsere Diskussionsergebnisse vor und eine Gruppe führte ein Mitspiel-Theaterstück zum Thema Diskriminierung wegen eines Kopftuchs auf. Abends hörten wir noch Poetryslams von zwei Teilnehmerinnen und einem Gast, danach war ich noch mit anderen auf einem Zimmer und habe mich unterhalten, sowie ein Kopftuch anprobiert (wir versuchten auch einen Turban, aber dass stellte sich als sehr kompliziert heraus).

Am letzten Tag bereiteten wir uns auf den Besuch von dem Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, Rainer Schmeltzer, vor indem wir Fragen zusammenstellten. Dann kam dieser mit einem Filmset vom WDR, welches mittendrin verschwand. Er beantwortete unsere Fragen und ließ sich einige von uns vorstellen und uns den Grund nennen warum wir da sind. Ich erzählte also vom PULS und wie wir uns für die Rechte von allen Minderheiten stark machen und jetzt hier seien um die LGBT* hier zu vertreten. Er fand das PULS eine großartige Idee und nachher machte er noch Fotos mit uns und gab uns seine Karte um uns mal zu besuchen. Zum Schluss machten wir noch eine Feedbackrunde, alle waren sehr begeistert vom Wochenende (sogar die, die nur kamen, weil ihre Eltern sie überredet hatten). Und es gab eine ganz lange Abschiedsrunde mit einer Vorfreude auf Nachtreffen und versprechen uns mal zu besuchen.

Auch in den Pausen habe ich mit anderen Teilnehmern über Homosexualität gesprochen und hörte viele verschiedene Meinungen. Die meisten waren positiv und sogar unterstützend eingestellt, einige waren zwiegespalten und andere lehnten es auch ganz ab. So wurde z. B. die Meinung vertreten, dass man es bei anderen duldet, selber aber bei sich unterdrücken würde, weil es eine Probe von Gott sei, und man lieber ein gutes Leben im Jenseits haben will als hier.

Ich fand die JIK allgemein als sehr bereichernd, ich denke, dass ich bei vielen die Meinung über Homosexuelle ändern konnte und ich bin selber auch offener geworden. Ich habe Freunde gefunden, zu denen ich immer noch kontakt habe und auch sonst viel mitgenommen. Meine drei Highlights waren, der Zuspruch vom „Moslem-TÜV“ und dem Minister Rainer Schmeltzer, dass sich eine der Teilnehmerinnen bei mir als Asexuell geoutet hat (was kaum jemand über sie weiß) und dass ich am Ende ein sehr nett gemeintes „Du bist voll nett, obwohl du eine Lesbe bist“ von der Person bekommen hab, die am Wochenende davor noch fand, dass das Thema nicht auf die JIK gehöre. Ich habe gelernt, dass Diskussionen und verschiedene Meinungen wichtig sind und das man akzeptieren muss, wenn man akzeptiert werden will. Es ist alles ein Geben und Nehmen und wir sollten alle netter und liebevoller zueinander sein, dass die Welt hier bei uns anfängt ein besserer Ort zu werden, wo alle Menschen geschätzt werden, für was sie sind und was sie glauben.

Zurück